Wer wir sind

Unsere Gründungsmitglieder sind unterschiedlichen Alters, stammen aus diversen Lebenswelten, haben ganz unterschiedliche politische Biografien. Was uns verbindet, ist das praktische Interesse an der Herstellung eines auskömmlichen Miteinanders verschiedenster Menschen und Gemeinschaften.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, betriebliche Handlungsansätze zu stärken, die Wohlergehen, Fachkompetenzen, Engagement und Mitwirkungsmöglichkeiten von Beschäftigten fördern und dem Erhalt des sozialen Friedens im Unternehmen durch freiwillige Maßnahmen dienen. Herausragende Leistungen will der Verein durch die Verleihung eines Preises exemplarisch auszeichnen und dadurch kenntlich machen. Schirmherr des Vereins ist der Oberbürgermeister der Landeshaustadt Wiesbaden.

Unser Motto lautet: Unternehmen machen ihre Beschäftigten stark – Beschäftigte machen ihre Unternehmen stark!

Die Namensgeber

Joseph Baum und Dr. Georg Goldstein haben ab 1910 mit großem Erfolg Kaufmannerholungsheime errichtet und betrieben. Diese Einrichtungen versorgten Beschäftigte einer ganzen Branche mit Leistungen der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge. Dies kam Einzelpersonen zugute und stärkte zugleich betriebliche Bindungen und Unternehmenskultur.

Solch unternehmerisches Handeln in sozialer Verantwortung war und ist vorbildlich. Mit der Verleihung des „Joseph Baum und Dr. Georg Goldstein-Preis“ soll an die vorbildliche Unternehmensführung von Joseph Baum und Georg Goldstein erinnert werden.

Joseph Baum

"Wer nichts Ungewöhnliches wagt, wird das Mögliche nicht erreichen"

„Unsere weit umspannenden Absichten sollen [...] einen und versöhnen; sie werden helfen, die aus unserer sozialen Schichtung, aus unserer Scheidung in Klassen und Stände für das Volksleben hervorgehenden Nachteile abzuwenden…“

Zitate aus der Rede von Joseph Baum anlässlich der Grundsteinlegung für den Bau des „Kaiser-Wilhelm-Heimes" (heute „Joseph-Baum Haus“) in Wiesbaden am 28.4.1912.

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Die jüdische Familie Baum lebte seit dem 18 Jahrhundert in Schierstein. Sie gründete 1840 das Stammhaus der „Nassauischen Leinenweberei“. Im Jahr 1862 erhielt die Familie Baum das Bürgerrecht in der Residenz- und Kurstadt Wiesbaden. Der Enkel Joseph Baum (geb.1874) trat 1898 in das Geschäft mit über 100 Angestellten ein, das er später gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Hermann leitete. 1907 wurde der prächtige Geschäftsneubau mit Kuppel an der Kreuzung Friedrichstraße/Kirchgasse eingeweiht. Dort bot man Wäsche jeder Art, für Hotels, Brautaussteuer, auch für die ausländischen Kurgäste an.

Joseph Baum war als Unternehmer sehr erfolgreich. Er erkannte, dass das langfristige Gedeihen seiner Branche davon abhängig war, dass die dort Beschäftigten gesund und motiviert blieben. Deshalb gründete er im Dezember 1910 gemeinsam mit gleichgesinnten Unternehmern die „Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime“ (DGKH). Die Leistungen der DGKH kamen allen kaufmännischen und technischen Angestellten unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder politischen Überzeugung zugute.

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Dr. Georg Goldstein

Joseph Baum tat sich insbesondere als Ideengeber und Initiator der DGKH hervor. Er fand für die Verwirklichung dieser Vorstellungen mit Dr. Georg Goldstein (geb. 1877 in Breslau) die geeignete Persönlichkeit. Dr. Georg Goldstein meisterte die Umsetzung dieser Visionen mit großem Erfolg. Er wurde 1912 zum Direktor der DGKH berufen und prägte deren Entwicklung über zwanzig Jahre entscheidend. Unter seiner Leitung, Joseph Baum war 1917 verstorben, wurden im gesamten Deutschen Reich zahlreiche Häuser erworben oder gebaut.

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Im Jahr 1930 besaß die Gesellschaft bereits 43 Heime. Als demokratischer liberaler deutscher Jude zeichnete sich Dr. Georg Goldstein auch außerhalb der DGKH durch sein entschiedenes zivilgesellschaftliches Engagement aus. Doch der Vorstand der DGKH enthob Dr. Goldstein bereits im Juni 1933 seines Amtes und bewies damit den neuen rassistischen Machthabern seine Willfährigkeit.

Im Jahr 1939 wurde das Haus der Goldsteins in der Wiesbadener Parkstraße 8 von der SS beschlagnahmt. 1942 zwang man sie, in eine „Gemeinschafts-Unterkunft“ nach Frankfurt zu ziehen. Georg und Margarethe Goldstein wurden 1943 in das KZ Theresienstadt deportiert und noch im selben Jahr in Auschwitz ermordet. Die beiden Kinder Barbara und Franz konnten nach England entkommen.

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